Massenproteste im Libanon

Die Demonstranten im Libanon werfen der politischen Führung Korruption vor. Nach wochenlangen Protesten gehen nun jedoch die Befürworter der Regierung erstmals auf die Straße.

Zum ersten Mal seit Beginn der regierungskritischen Proteste im Libanon sind Tausende Unterstützer von Präsident Michel Aoun auf die Straße gegangen. Seine Anhänger versammelten sich in der Hauptstadt Beirut vor dem Präsidialpalast. Einige von ihnen hielten Fotos von ihm in die Luft.

Im Libanon hatten vor anderthalb Wochen Massenproteste gegen die Regierung begonnen, die das öffentliche Leben in Beirut teilweise lahmgelegt hatten. Ministerpräsident Saad Hariri hatte eine Reihe von Reformen versprochen, trat nach anhaltendem Druck durch die Demonstranten dann aber zurück.

Sie werfen der politischen Führung Korruption und Missmanagement vor. Aoun ist seit drei Jahren im Amt. Ein neuer Drei-Punkte-Plan, der das Land aus seiner Krise führen soll, dreht sich Aoun zufolge um den Kampf gegen Korruption, die libanesische Wirtschaft sowie die Zivilgesellschaft. „Aber die drei (Punkte) sind nicht leicht umzusetzen“, sagte Aoun in einer Rede am Sonntag.

„Korruption verschwindet nicht leicht, weil sie über Dutzende Jahre Wurzeln geschlagen hat. Sie wird nicht ohne große Anstrengungen verschwinden“, sagte Aoun laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur NNA.