Drei Prinzen in Saudi-Arabien festgenommen

Die ranghohen Mitglieder des Königshauses galten als Kritiker des Kronprinzen Mohammed bin Salman, nun wurden sie festgenommen. Sie sollen einen Putsch geplant haben.

In Saudi-Arabien sind drei Prinzen festgenommen worden, weil sie angeblich den mächtigen Thronfolger Mohammed bin Salman stürzen wollten. Wie mehrere Quellen berichten, sind unter ihnen der Königsbruder Prinz Ahmed bin Abdulasis al-Saud und der Neffe des Monarchen, Prinz Mohammed bin Najef. Sie sollen bereits am Freitag festgenommen worden sein. Saudische Behörden kommentierten den Vorgang nicht.

Sowohl Prinz Ahmed als auch Prinz Mohammed bin Najef bekleideten früher das Amt des Innenministers. Beide galten als mögliche Konkurrenten des Kronprinzen in der Anwartschaft auf den Thron. Nach Informationen der US-Zeitung Wall Street Journal, die zuerst über die Vorgänge berichtete, könnten sie nun zum Tode oder zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werden. Auch Prinz Mohammed bin Najefs jüngerer Bruder, Prinz Nawaf bin Najef, wurde festgenommen.

Durch die Festnahmen dürfte Kronprinz Mohammed seine Macht weiter stärken. Bisher habe er „jede Bedrohung für seinen Aufstieg beseitigt und Kritiker seines Regimes ohne jedes Nachspiel ins Gefängnis gebracht oder ermordet“, sagte Becca Wasser, Analystin am US-Institut Rand Corporation. Die Festnahmen seien „eine Botschaft an alle – inklusive die Königsfamilie –, sich ihm nicht in den Weg zu stellen“.

„Keine Rivalen mehr“

Eine weitere, nicht namentlich genannte Quelle sagte laut der Nachrichtenagentur AFP: „Mit dieser Säuberung bleibt kein Rivale mehr, der den Kronprinzen daran hindern könnte, den Thron zu besteigen.“ Neben den drei Prinzen seien auch Militärangehörige und Verantwortliche des Innenministeriums verhaftet worden seien, weil sie die angeblichen Putschpläne unterstützt hätten.

Ein Informant der Nachrichtenagentur AP wertete die Festnahmen ebenfalls als Botschaft an alle Mitglieder der Königsfamilie, sich zu fügen. Wenn Ahmed festgenommen werden könne, könne jeder Prinz festgenommen werden, sagte er.

Der 78-jährige Prinz Ahmed, ein ranghohes Mitglied der Herrscherfamilie, galt schon länger als Kritiker des Kronprinzen. Protestierenden in London sagte er einst, sie sollten den König und seinen Sohn zu der humanitären Katastrophe wegen des Kriegs im Jemen befragen. Er war einer der wenigen ranghohen Prinzen, die Mohammed nicht die Treue gelobten, als er Kronprinz wurde. Der 60-Jährige Mohammed bin Najef soll unter genauer Beobachtung gestanden haben, seit der Kronprinz ihn Mitte 2017 als Innenminister entmachtete und aus der Thronfolge verdrängte.

Das internationale Ansehen des zunächst als Reformpolitiker geltenden Kronprinzen Mohammed hat vor allem durch die Ermordung des Journalisten und Regierungskritikers Jamal Khashoggi großen Schaden genommen. Khashoggi wurde im Oktober 2018 im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul von einem Killerkommando aus Saudi-Arabien ermordet. Immer wieder wird der Vorwurf erhoben, der Prinz sei in diesen Mord verwickelt.