Anschlag auf Libyens Außenministerium

Bei einem Angriff auf das libysche Außenministerium in Tripolis sind mindestens drei Menschen getötet worden. Zehn weitere sind laut Gesundheitsministerium verletzt worden. Die Behörden sprachen von einem Terroranschlag.

Libysche Medien berichten, dass bewaffnete Angreifer das Gelände des Außenministeriums in der Hauptstadt Tripolis gestürmt und das Feuer eröffnet hätten. Mindestens zwei der Angreifer sollen Sprengstoff am Körper getragen haben. Der offizielle Fernsehsender der Einheitsregierung des Landes sprach von einem „Terrorangriff“ und berichtete, dass es mindestens eine Explosion gegeben habe.

Der Außenminister soll sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht im Gebäude aufgehalten haben. Mehrere Menschen seien getötet worden, unter ihnen vermutlich mindestens ein Mitarbeiter des Ministeriums sowie einige der Angreifer. Auf Fotos ist eine große Rauchwolke über dem Gebäudekomplex zu sehen.

Angriff von IS-Terroristen?

In Kreisen des Sicherheitsapparates heißt es, dass es sich bei den Angreifern um Kämpfer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ gehandelt haben könnte. In den vergangenen Jahren erstarkten in Libyen islamistische Extremistengruppen. In etlichen Landesteilen konnten sie erfolgreich bekämpft, aber nicht überall besiegt werden.

Die Regierung ist schwach

Seit dem Sturz des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Die international anerkannte Einheitsregierung ist schwach. Sie hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle und ist auch in Tripolis auf das Wohlwollen zahlreicher örtlicher Milizen angewiesen.

Ministerpräsident Fayes al-Sarraj und seine international anerkannte Einheitsregierung werden von Milizen im Westen des Landes unterstützt. Sein Gegenspieler Khalifa Haftar, der von Russland und Ägypten unterstützt wird, beherrscht den Osten Libyens.