Algerien verbietet den Niqab am Arbeitsplatz

Die algerische Regierung hat für Angestellte im öffentlichen Dienst das Tragen von Niqabs am Arbeitsplatz verboten. Staatsdiener müssten am Arbeitsplatz identifizierbar sein, so Premierminister Ahmed Ouyahia.

Laut internationalen Medienberichten stammt der Niqab-Bann direkt vom algerischen Premierminister Ahmed Ouyahia. Am vergangenen Donnerstag wies Ouyahia per Brief Minister und Regional-Gouverneure an, Frauen, die im öffentlichen Dienst arbeiten, das Tragen von Niqabs am Arbeitsplatz zu untersagen. Als Grund für die Entscheidung führte Ouyahia an, dass es notwendig sei, Personen identifizieren zu können.

Angestellte im öffentlichen Dienst, schrieb Ouyahia laut der britischen Zeitung The Independent in seinem Brief, hätten an ihrem Arbeitsplatz die Vorschriften und Notwendigkeiten für Sicherheit und Kommunikation zu befolgen, was die dauerhafte Möglichkeit notwendig mache, sie identifizieren zu können.

Nur wenige Frauen in Algerien tragen einen Niqab, der das Gesicht der Frau bis auf einen Sichtschlitz komplett verhüllt. Er ist ein Import aus konservativeren islamischen Ländern. Wenn sich Frauen in Algerien islamisch verschleiern, so wählen sie dort üblicherweise den Hijab, der Kopf und Hals bedeckt, das Gesicht jedoch sichtbar lässt.

Der Kampf zwischen säkularen und konservativen islamischen Kräften währt in Algerien bereits einige Jahrzehnte. Erst im vergangenen Jahr hatten tausende algerische Frauen auf eine islamistische Kampagne gegen zweiteilige Badebekleidung protestiert, indem sie mit Bikinis zum Strand marschierten. Auch gegen den aktuellen Niqab-Bann wird Protest erwartet. Diesmal allerdings von der Gegenseite, der lautstarken salafistischen Minderheit in Algerien.