Ägypten: Synagoge in Alexandria wird wiedereröffnet

Die Renovierung der Eliyahu-Hanavi-Synagoge kostete über 4 Millionen Dollar. Von der einst großen jüdischen Gemeinde im Land sind rund 20 übriggeblieben.

Im ägyptischen Alexandria soll am Freitag nach der Millionen Pfund teuren Renovierung des fast zweihundert Jahre alten Gebäudes eine Synagoge wiedereröffnet werden (…). Die Eliyahu-Hanavi-Synagoge ist eines der beiden verbliebenen jüdischen Gotteshäuser in der Stadt, die einst eine blühende jüdische Gemeinde beherbergte. (…)

Eliyahu Hanavi war einst die Heimat von schätzungsweise 30.000-40.000 Juden. Das heutige Gebäude wurde in den 1850er Jahren errichtet, nachdem das ursprüngliche Haus, das aus dem 14.Jahrhundert stammte, im späten 18. Jahrhundert während der französischen Invasion in Ägypten schwer beschädigt worden war. Mit Platz für ca. 700 Gläubige ist sie die größere der beiden in der Stadt verbliebenen Synagogen. (…)

Die Renovierung, die von der ägyptischen Regierung bezahlt wurde, kostete 68 Millionen ägyptische Pfund ($4,23 Millionen).

Ägyptens jüdische Gemeinde, die seit Jahrtausenden besteht, zählte in den 1940er Jahren rund 80.000 Menschen, heute sind es weniger als 20. Der Weggang der ägyptischen Juden war das Ergebnis einer zunehmend nationalistischen Stimmung im Land, der arabisch-israelischen Kriege, von Schikanen und einigen direkten Vertreibungen unter dem damaligen ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser.

Ägypten und Israel unterzeichneten 1979 einen bahnbrechenden Friedensvertrag und unterhalten seitdem formelle diplomatische Beziehungen. Doch die öffentliche Meinung in Ägypten ist dem jüdischen Staat weitgehend feindlich gesinnt geblieben.“