Trotz Aramco-Börsengang: Saudi-Arabien erwartet Milliarden-Defizit

Saudi-Arabien gehört zu den drei weltweit größten Erdölproduzenten.
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Der weltgrößte Börsengang könnte Saudi-Arabien eine dreistellige Milliardensumme in die Staatskassen spülen. Das Geld kann das Regime in Riad sehr gut gebrauchen. Das Haushaltsdefizit dürfte 2020 noch einmal deutlich zulegen.

Angesichts niedriger Preise und und der vereinbarten Förderkürzungen bei der Ölproduktion rechnet Saudi-Arabien für das kommende Jahr mit einem wachsenden Haushaltsdefizit. Für das Geschäftsjahr 2020 werde ein Minus von 187 Milliarden Rial erwartet, kündigte das Königreich an. Das entspricht etwa 45 Milliarden Euro. Im laufenden Haushaltsjahr hatte das Defizit noch bei umgerechnet 32 Milliarden Euro gelegen.

Das autoritär regierte Saudi-Arabien hängt stark von den Einnahmen aus dem Erdölverkauf ab. Seit Jahren bemüht sich das Herrscherhaus darum, den Wüstenstaat unabhängiger vom Handel mit dem wertvollen Rohstoff machen. „Wir sind entschlossen, wirtschaftliche Reformen umzusetzen und Einnahmen zu diversifizieren“, bekräftigte König Salman in einer im Fernsehen übertragenen Kabinettssitzung zum Haushalt.

Dazu zählten den Angaben des Königs zufolge auch die Einnahmen aus dem Börsengang des staatlichen Ölkonzerns Aramco. Der Staatskasse winken Einnahmen von mehr als 100 Milliarden Dollar. Saudi-Arabien gehört zu den drei weltweit größten Erdölproduzenten. Der Ölpreisverfall hatte 2015 ein Rekordloch in den saudischen Etat gerissen.