Katar wird wieder einmal der Terrorfinanzierung beschuldigt

Lösegeldzahlungen spielen seit vielen Jahren eine wichtige Rolle
article inline
 
 
 

Seit der kürzlich erfolgten Freilassung der italienischen Entwicklungshelferin Silvia Romano aus der Geiselhaft einer Gruppe, die offenbar mit der Al-Kaida-Tochter Al-Shabaab in Somalia in Verbindung steht, wird Katar erneut der Terrorfinanzierung beschuldigt.

Nachdem Katar versucht hatte, sich als Teil der Freilassungsbemühungen zu etablieren, sieht das Land sich nun stattdessen beschuldigt, enge Verbindungen zu Al-Shabaab zu haben und diese Verbindungen zu nutzen, um der Gruppe Geld zu schicken, und gleichzeitig politische Lorbeeren im Westen zu ernten. Diese Vorwürfe stammen nicht von irgendjemanden, sondern von Abdullahi Mohamed Ali (alias Sanbalolshe), dem ehemaligen Direktor des somalischen Spionagedienstes NISA. (…)

Der Vorwurf, Katar sei in solche Dinge verwickelt, ist nicht neu – und nicht unberechtigt. Seit 2014 ist die Behauptung, Katar sei einer der Hauptförderer des Terrorismus, fast zur Normalität geworden. Damals brachten Mitglieder des US-Kongresses ihre Besorgnis über die – verdeckte und weniger verdeckte – katarische Unterstützung islamistischer Gruppen zum Ausdruck, die Amerika und seine Verbündeten ins Visier nehmen.

Lösegeldzahlungen spielen seit vielen Jahren eine wichtige Rolle bei der Finanzierung von Al-Qaida, und Katar war an einer Reihe von Lösegeldzahlungen an Jabhat al-Nusra, Al-Qaidas Zweigstelle in Syrien, beteiligt. Eine amerikanische Geisel, die von Al-Nusra freigelassen wurde, hat nun Klage gegen die Qatar Islamic Bank eingereicht, weil sie die Finanzierung des Terrorismus erleichtert habe. Der Nahost-Journalist Georges Malbrunot schätzt, dass Doha allein für Lösegelder mehr als 100 Millionen Dollar an Terroristen gezahlt hat. Es scheint, dass Katar der Goldesel ist, den terroristische Organisationen brauchen, um schnell Gelder zu beschaffen.

Katar war auch der Hauptarchitekt eines massiven Lösegeld-Deals im Jahr 2017, bei dem fast eine Milliarde Dollar sowohl an Al-Nusra und verbündete sunnitische Extremisten auf der einen Seite als auch an iranisch kontrollierte schiitische Extremisten auf der anderen Seite geflossen sind. Darüber hinaus unterhält Katar nach wie vor enge Verbindungen zu der Terrororganisation Hamas, die das Leiden und die Destabilisierung in Gaza seit Jahrzehnten aufrechterhält und ihre Angriffe gegen den Staat Israel mit Raketen fortsetzt, die oft auch Bewohner von Gaza töten, weil sie nicht weit genug reichen. (…)

Katar ist dem Beispiel seiner Nachbarn noch nicht gefolgt, die die Muslimbruderschaft als terroristische Organisation eingestuft haben. Dieses Zögern erweist dem Land in der öffentlichen Meinung keinen Gefallen, denn es bekräftigt die Behauptung, dass Katar ein staatlicher Förderer des Terrorismus sei.