In Katar drohen bis zu drei Jahren Haft bei Verstößen gegen die Maskenpflicht

Fußgänger in Doha: Katar gehört zu den Ländern mit den höchsten Infektionsraten
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Wer sich in Katar nicht an die Corona-Regelungen hält, muss mit massiven Konsequenzen rechnen. Unterdessen gehen die Bauarbeiten auf den WM-Baustellen weiter.

Die neuen Strafen für das Nichteinhalten der Corona-Maßnahmen gehören zu den weltweit härtesten. Bei Verstößen drohen bis zu drei Jahren Haft und bis zu 55.000 Dollar (50.800 Euro) Geldstrafe.

Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, wurden in Katar Moscheen, Schulen, Einkaufszentren und Restaurants geschlossen. Der Betrieb auf den WM-Baustellen geht hingegen weiter, da Katar 2022 die Fußballweltmeisterschaft ausrichten will und neue Stadien errichten muss. Auf drei Baustellen wurden nach Behördenangaben Infektionsfälle festgestellt. Amnesty International kritisierte die Gefahr für die Gastarbeiter.

Katar hat für Verstöße gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie strenge Strafen festgelegt. Wer ohne Maske in der Öffentlichkeit unterwegs ist, muss seit Sonntag mit bis zu drei Jahren Haft rechnen. Der Wüstenstaat kämpft mit einer der weltweit höchsten Infektionsraten.

Mehr als 30.000 Menschen haben sich Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zufolge mit dem neuen Coronavirus infiziert. Das entspricht rund 1,1 Prozent der 2,75 Millionen Einwohner des Golfstaats. Allerdings wurden in Katar offiziell bislang nur 15 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion registriert.

In rund 50 Ländern herrscht derzeit eine Maskenpflicht, deren Wirksamkeit bei Forschern aber umstritten ist. Auch andere Länder haben Strafen eingeführt – allerdings weniger drastische als Katar. Im Tschad drohen bei Verstößen gegen die Maskenpflicht bis zu 15 Tage Haft, in Marokko bis zu drei Monaten. In Deutschland drohen je nach Bundesland unterschiedliche Konsequenzen. In Bayern beträgt das Bußgeld beispielsweise 150 Euro, in Brandenburg sind bislang keine Bußgelder vorgesehen.