Zypern vergibt Konzession für Aphrodite-Gasfeld im Mittelmeer

Bohrinsel im Mittelmeer

 
 
 

Zypern hat die umkämpfte Lizenz für die Gasvorkommen im Mittelmeer an ein Konsortium aus den USA, Großbritannien und Israel vergeben. Die Türkei gerät durch die Vergabe in die Defensive.

NikosiaZypern hat am Donnerstag mit einem Firmenkonsortium eine 25-jährige Konzession zur Erschließung der 2011 entdeckten Gasvorkommen südöstlich der Insel unterzeichnet, berichten Reuters und Xinhua. Der Vertrag mit den Unternehmen Noble Energy (USA), Shell (Großbritannien) und Delek (Israel) ist die erste kommerzielle Nutzungslizenz, die von der Mittelmeerinsel unterzeichnet wurde. Laut Reuters enthält das Aphrodite-Feld geschätzte 4,1 Billionen Kubikfuß Gas.

Die zyprischen Behörden haben angekündigt, dass die Förderung von Erdgas im Jahr 2025 mit einem geschätzten Gewinn von 9,3 Milliarden Euro über einen Zeitraum von 18 Jahren beginnen wird.

Nach Angaben von Energieminister Yiorgos Lakkotrypis soll das Gas über eine Unterwasserleitung nach Idku in Ägypten transportiert werden, von wo aus LNG nach Europa und auf internationale Märkte exportiert werde. Im September letzten Jahres hatten Ägypten und Zypern ein Abkommen über den Bau einer Unterwasser-Erdgasleitung vom Aphrodite-Feld zu einer Verflüssigungsanlage in Ägypten unterzeichnet.

Die Ausbeutung der Gasvorkommen ist umstritten. Die Türkei vertritt den Standpunkt, dass Zypern kein Recht habe, Konzessionen für die Gasfelder zu vergeben, wenn nicht auch die nur von Ankara anerkannte Türkische Republik Nordzypern an den Einnahmen beteiligt werde.